Hintergrund: Entwicklung Umweltmanagement

Bedeutung von Umweltmanagementsystemen

Wesentliche Grundlage für eine nachhaltige, gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung ist in vielen Branchen das betriebliche Umweltmanagement. Um effiziente Managementlösungen für eine gesellschaftlich verantwortliche Unternehmensführung zu entwickeln, ist es daher erforderlich, die Erfahrungen mit dem Umweltmanagement und den hierfür entwickelten Managementsystemen (EMAS, ISO 14001, Branchen- und KMU-Systeme) und Controllinginstrumenten (Umweltkennzahlen, Umweltkostenrechnung, Checklisten etc.) zu berücksichtigen.

In zahlreichen Forschungsvorhaben sowie in der betrieblichen Praxis wurde seit Mitte der 1990er Jahre beachtliches Wissen zum betrieblichen Umweltmanagement entwickelt. Hier ist einerseits auf die Pilotvorhaben zur Einführung von EMAS zu verweisen. Andererseits haben sich viele Untersuchungen mit dem Nutzen und den Auswirkungen von Umweltmanagementsystemen befasst (z.B. Umweltbundesamt 1999).

Von Loew und Clausen (2003) liegt eine vermutlich einmalige Längsschnittanalyse über sechs Jahre vor, in der die langfristigen Auswirkungen von Umweltmanagementsystemen in Unternehmen untersucht wurden. Hier wird deutlich, wie und wieso in vielen Unternehmen die anfangs vorhandene Begeisterung einer deutlichen Ernüchterung gewichen ist.

Inzwischen ist festzustellen, dass nicht wenige Unternehmen von EMAS zur internationalen Norm ISO 14001 wechseln, oder gar vollständig auf eine externe Auditierung verzichten. Wesentliche Faktoren, die für den Wechsel zu ISO oder gar den Ausstieg von den Unternehmen angeführt werden, sind (Loew 2003):

  • Kosten (Ausgaben und interner Aufwand) für die Umwelterklärung
  • die europäische Begrenztheit von EMAS
  • die Kosten für die externe Auditierung
  • der interne Aufwand
  • die mangelnden Marktvorteile


Die rückläufige Entwicklung der EMAS-Registrierungen sollte aber nicht als vollständiger Fehlschlag gewertet werden. Zum einen hat die ISO 14001 aufgrund des Wettbewerbs mit EMAS deutlich an Niveau gewonnen, zum anderen wurde in den Unternehmen vieles erreicht, von dem heute noch profitiert wird. Es stellt sich nun allerdings insbesondere für die Politik die Frage, wie zukünftig mit EMAS und ISO umgegangen werden soll.

Controllinginstrumente für die Umweltperformance

Wesentlich für die kontinuierliche Verbesserung der betrieblichen Umweltleistung sind geeignete Controllinginstrumente. Deren Entwicklung begann schon Mitte der 1980er Jahre. Damals wurden sowohl die betriebliche Umweltbilanz (heute auch Input-Output Bilanz genannt) als auch die Produktökobilanz (Life Cycle Assessment) "erfunden".

In den 1990er Jahren wurden weitere Instrumente wie Umweltkennzahlen, verschiedene Formen der Umweltkostenrechnung, ökologische Bewertungsmethoden (z.B. ökologischer Fußabdruck, MIPS - Material Impact Per Service Unit, Wirkungsäquivalente - am bekanntesten für CO2) entwickelt (siehe u.a. Hallay und Pfriem 1989, Schaltegger und Sturm 1994, BMU und UBA 2001).

Eine vertiefende Untersuchung, wie die Instrumente für das betriebliche Umweltmanagement sinnvoll kombiniert und mit EDV unterstützt werden können, wurde im Forschungsvorhaben INTUS vorgenommen (Lang et al. 2004).

Quellen

Die zitieren Quellen finden sich in:

Loew T, Beucker S, Jürgens G (2002) Vergleichende Analyse der Umweltcontrollinginstrumente Umweltbilanz, Umweltkennzahlen und Flusskostenrechnung Diskussionspapier des IÖW 53/02, Berlin

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Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) (Hrsg.) (2005) Monitoring von Umweltleistung und Umweltmanagementsystem 1997 bis 2002. Endbericht. Wiesbaden (Verfasser: Loew T, Clausen, J Heyder U) Bezug: vertrieb{at}hlug.de Tel. 0611/701034.

Loew T, Clausen J (2005) Wie weiter mit EMAS? Ergebnisse einer Längsschnittanalyse 1997 bis 2002. Diskussionspapier, Berlin

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gfdgds

Kompetenzen auch ohne aktuelle Forschungsprojekte zu Umweltmanagement

Wie aus unseren Publikationen und Projektübersichten erkenntlich haben wir schon seit längerer Zeit nicht mehr zu Umweltmanagement und Umweltmanagementinstrumenten geforscht. Die Kompetenzen sind natürlich weiter vorhanden und werden in die Projekte eingebracht.